Stadtverführungen 2020: Warum wir uns als VVN /BdA NICHT beteiligen

28. Februar 2020

Unsere Führungen „Auf den Spuren des Widerstands in Nürnberg“ waren in den letzten Jahren immer gut besucht. Für dieses Jahr werden wir leider nicht Bestandteil der „Stadtverführungen“ werden können. Das duch die Stadt gewählte Wohlfühl-Motto „Glücksbringer“ schließt leider ein so ernsthaftes Thema von vorneherein aus. Dies haben wir auch den Verantwortlichen so mitgeteilt:

 

Nürnberg, 27.02.2020

Betrifft Stadtverführungen 2020 und das Motto: „Glücksbringer“
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit dem diesjährigen Motto der Stadtverführungen haben sie uns leider ausgeschlossen.
Wir können eine Formulierung finden mit der wir Stadtrundgänge über Opfer des Faschismus, Widerstand gegen den Faschismus oder widerständige Frauen unter Glücksbringer subsummieren könnten, auch nicht Unglücksbringer. Glück ist etwas, was einem zufliegt, wie Unglück. Es tut so, als hätte das was geschieht nichts mit Menschlichem Handel zu tun.
Faschismus und Krieg waren und sind aber menschliches Handeln und Verbrechen und Widerstand ist Mut und Aufrichtigkeit, aber nicht Glück.
Uns ist auch unklar, wie sie auf eine Fragestellung wie „Naziarchitektur als Glücksbringer?“ formulieren können.
Wir verstehen auch nicht, wie Anne Frank oder der NSU in Ihre Liste der Jahrestage zum Thema Glücksbringer kommen konnten.
Aber wenn schon Jahrestage, warum erscheint dann in der Liste der Jahrestag der „Rassegesetze“ nicht?
Mit freundlichen Grüßen
Für den Vorstand der VVN-BdA