Rede zum Ostermarsch 01.April 2013 – Georg Neubauer – Es gilt das gesprochene Wort – Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg.

14. April 2013

Liebe Friedensfreundinnen und Freunde

Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg.

Das war (kurz gefasst) die Schlussfolgerung der überlebenden Buchenwald-Häftlinge nach der Selbst-Befreiung des KZ am 11.April 1945.
Wichtige Widerstandskämpfer (wie z.B. Peter Gingold, den ich noch persönlich kennenlernen durfte) haben uns eine zweite wichtige Erkenntnis mitgegeben: Es wird selten so viel gelogen, wie bei der Vorbereitung und Begründung der Kriege! Zu allererst stirbt die Wahrheit! Und dann wird geschossen.
Und mit dem Parteibuch des jeweiligen Verteidigungs-Ministers hat das offensichtlich auch nichts zu tun: Es war immerhin ein SPD-Minister mit Namen Scharping, der uns die Hucke voll log, um im „Kosovo-Krieg“ mit schießen zu dürfen.
Was wurde uns nicht alles erzählt, um die Bevölkerung zur Zustimmung für diesen Feldzug zu begeistern. So wurde der damalige Präsident Serbiens, Milosovics zum 2. Hitler erklärt (später kam dann Iraks Präsident Saddam als weiterer Hitler dazu. Inzwischen sind es mit dem ermordeten Präsidenten Libyens Gaddafi und dem Syrischen Präsidenten Assad mindestens 5 Hitler, gegen die Krieg geführt wurde oder wird.) Der damals zuständige Grüne Außenminister wollte in Jugoslawien sogar Auschwitz nochmal befreien. Und dies vor allem mit dem durch und durch verlogenem Argument, es gehe dabei um den Schutz von Menschenrechten – oder gar Frauenrechten.

Schutz der Menschen und Verbreitung von Menschenrechten durch Kriegseinsätze und Werfen von Bomben? … – welch ein Unsinn.

Da kann man feststellen: Ihr Damen und Herren Regierende in Berlin, Paris oder auch in Brüssel:
Ihr seid doch nicht mal der Lage in den eigenen Ländern z.B. innerhalb der EU die Gleichberechtigung der Frau umfassend zu gewährleisten. Schon gar nicht zu reden von Menschenrechten wie das Recht auf Bildung oder das Recht auf Gesundheit. Schauen wir uns um in Ländern wie Griechenland oder Portugal (um nur zwei zu nennen) was dort mit diesen Grundrechten im Moment geschieht!
Und hier nur nebenbei: Der Bündnispartner Griechenland musste in den letzten 10 Jahren Waffensysteme im Wert von 7-8 Milliarden Euro kaufen. Und die müssen auch sie auch bezahlen – Da gibt es nicht das geringste Zugeständnis der Lieferanten. Die Folgen für die Menschen in Griechenland sind unter anderem: geschlossene Krankenhäuser, geschlossene Schulen, hungernde Kinder! Das nennt sich Schutz von Menschenrechten – Ich sage hier nur: Was ist das für eine Heuchelei!

Georg_Ostermarsch-2013

Zum Schluss noch ein paar Worte zu den aktuellen Kriegen:
Als einen der wichtigsten Gründe, warum die deutsche Bundeswehr (mit inzwischen 9.000 Soldatinnen und Soldaten und wenn es nach dem Verteidigungsminister geht in Zunkunft mit noch ein paar Tausend mehr) auf dem ganzen Erdball präsent sein muss, nennt uns der Herr De Maiziere den weltweiten Kampf gegen den Terrorismus. Und zuallererst den gegen die Islamisten, die Salafisten, Al Qaida oder wie sie auch immer heißen.
Auch hier ist die Heuchelei offensichtlich!
– im Krieg gegen Libyen wurden diese islamistischen Menschen-Verächter (zumindest Teile davon) an die Macht gebombt, um dort den ehemaligen Freund der EU Gaddafi (der offensichtlich das libysche Öl nicht mehr zum gewünschten Preis bereit stellte) zu beseitigen;
– in den zentralafrikanischen Republiken wie z.B. Mali sind die gleichen Islamisten jetzt die Feinde, die man militärisch bekämpfen muss. (Frankreich hat über 100 Jahre Zeit gehabt, Menschen- und Bürgerrechte in die Kolonien in Afrika zu exportieren. Das Gegenteil ist geschehen. Die Masse der Menschen in diesen Ländern ist nach wie vor bettelarm!)
Nein, es geht in Mali nicht um Menschenrechte! Die islamistischen Kämpfer stören die Interessen Frankreichs an einem ganz empfindlichen Punkt: Es gibt dort einen wichtigen Rohstoff mit Namen Uran!)
– In Syrien sind die gleichen islamistischen Kämpfer Rebellen, die über die Türkei mit Waffen unterstützt werden. (Inzwischen ist selbst unserem Nachrichtendienst BND aufgefallen, dass diese Waffen hauptsächlich an terroristische Banden gehen!)
– Und geliefert werden diese Waffen vom reaktionärsten Staat im arabischen Raum, vom Königreich Saudi-Arabien. Das ist bekanntlich der finsterste Hort des Mittelalters und nachweislich eine der Brutstätten des internationalen Terrorismus.

Die Saudis – und die umgebenden Emirats-Fürsten wie z.B. Katar – dürfen ungestraft jeglichen Widerstand im eigenen Land und auch in den Nachbarstaaten niederwalzen. Und sie erhalten auch die entsprechenden Waffen, voran aus Deutschland.
Das ist und bleibt ein Skandal! Wir sagen deshalb: Schluss mit den Waffenexporten nach Saudi-Arabien und in die Emirate!
Ganz gleich wie man zur jetzigen Regierung in Syrien steht (demokratische Grundrechte wurden dort seit längerem mit Füßen getreten) – aber es müsste eigentlich auch dem Letzten auffallen, dass es diesen von den Saudis ausgerüsteten Banditen um alles andere als um die Einführung der Demokratie geht.

Den Menschen in Syrien hilft nur eines:
Schluss mit der militärischen Einmischung von außen. Beendigung des Bürgerkriegs. Nicht schießen – sondern verhandeln! Das ist die einzig sinnvolle Schlussfolgerung.
Sicherlich ist eine Forderung über die UNO nach einer Kontrolle der Waffenexporte (wie sie jetzt diskutiert wurde) eine mögliche Schlussfolgerung.
Für noch wichtiger aber halten wir, dass insgesamt Schluss gemacht wird, mit der Produktion und dem Export von Waffen – große oder kleine.
Die Welt braucht dringend andere politische Lösungen, als Waffen und damit Krieg. Und wir bleiben dabei:
– deutsche Truppen haben in fremden Ländern nichts zu suchen.
– Die Bundeswehr muss endlich raus aus Afghanistan – und zwar ohne Schlupflöcher
– Und die Bundeswehr hat auch in anderen Ländern nichts zu suchen.

Herzlichen Dank für das geduldige Zuhören.
Viele von uns werden sich wiedersehen bei der nächsten wichtigen Kundgebung in Nürnberg, nämlich am 1.Mai.

Ostermarsch2013_aus-NZ_02-04-2013

Prozess gegen die Mörderbande NSU

16. März 2013

Am 17. April 2013 beginnt in München der Prozess gegen das NSU-Mitglied Beate Zschäpe sowie vier Unterstützer der Terrorbande. Vieles deutet darauf hin, dass das Gericht bestrebt ist, das Verfahren möglichst im kleinen Saal „auf kleiner Flamme“ abzuwickeln.

Zu befürchten ist auch, dass wichtige Hintergründe der NSU-Morde, insbesondere die zutage getretene massive Verquickung mit dem „Verfassungsschutz“ außen vor bleiben.

Die Opfer des NSU-Terrors und ihre Angehörigen brauchen unsere Solidarität. Sie wurden nicht nur Opfer des militanten Rassismus der NSU-Bande. Sie wurden auch jahrelang durch von Rassismus geprägte Ermittlungen der Polizei schikaniert.

Gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus – Demonstration anlässlich des NSU-Prozessauftaktes

Am Samstag, 13.04.2013, um 13 Uhr in München, Stachus; Treffpunkt: Nürnberg, Hauptbahnhof, 9.00 Uhr Mittelhalle

Deutsche Faschisten in Griechenland

16. März 2013

Ganz offensichtlich gibt es Versuche der hiesigen Nazis von ihren griechischen Kumpanen zu lernen. Am 1. Februar besuchte eine deutsche Delegation von Nazis auf Einladung der faschistischen Partei „Chrysi Avgi“ („Morgenröte“) das griechische Parlament und die Abgeordneten-Büros ihrer geistigen Kumpane in Athen.

Dabei waren zwei bekannte Nazis aus Nürnberg und Fürth: „Freies Netz Süd“ – Gründer M.Fischer aus Fürth und der Nürnberger Stadtrat S.Schmaus.

Nach eigener Darstellung haben sie sich „mit den Volksvertretern der Chrysi Avgi politisch ausgetauscht.“ »Blut – Ehre – Chrysi Avgi« – das ist ihre Losung in Athen. Kaum ein Tag vergeht, an dem man nicht Berichte über neue Übergriffe hört. In Gruppen von zehn bis zwanzig vermummten Frauen und Männern, bewaffnet, schlagen sie los, überfallen Wohnhäuser oder Verkaufsstände von Migranten oder prügeln auf offener Straße Menschen zusammen, die »nicht griechisch« aussehen.

Die Partei „Chrysi Avgi“ lag noch vor 3-4 Jahren bei 0,X Prozent. Inzwischen wurde sie auf mehr als 10 Prozent der Wählerstimmen hochgepuscht. Ihre Gefährlichkeit liegt nicht allein in ihrer dumpfen Brutalität und dem Zuwachs an Wählerstimmen, sondern auch in ihrer engen Verbindung mit reaktionärsten Kreisen im griechischen Polizeiapparat.

Der Schriftsteller Alfred Kantorowicz (1947) zur Bücherverbrennung.

16. März 2013

„Das war kein ‚spontaner Akt’ einer unvernünftigen Menge gewesen, sondern eine wohlüberlegte und sorgfältig organisierte Veranstaltung nationalsozialistischer Staatsraison.

Wie die Reichstagsbrandstiftung am 28. Februar 1933 das Fanal des Terrors gegen alle Antifaschisten, der Judenboykott vom 1. April 1933 der Auftakt der Pogrome, die Auflösung und Ausraubung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 die Proklamierung der sozialen Unterdrückung gewesen waren, so waren die Autodafés vom 10. Mai der sichtbare Beginn der amtlich verfügten und mit terroristischen Mitteln durchgeführten Entgeistigung und Barbarisierung Deutschlands.“

Nachdenken 2013 – 80 Jahre Bücherverbrennung

16. März 2013

Vor 80 Jahren begann der Nazi-Terror – und endete in grausamster Barbarei und dem verheerendsten Krieg in der Geschichte der Menschheit.

Mit einem umfangreichen Programm wird auch in unserer Stadt an verschiedene schreckliche Ereig-nisse des Jahres 1933 erinnert. U.a. an den 30.Januar, dem Tag der Machtübertragung an Hitler, an die Zerschlagung der Gewerkschaften am 2.Mai, an die Bücherverbrennung am 10.Mai, und, und …

Und im 2. Halbjahr natürlich auch an den 75.Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. Nov. „Nach-Denken“ bedeutet für uns mehr als nur Gedenken an Vergangenes. Wir denken nach über eine gerechte Welt ohne Rassismus, ohne Fremdenfeindlichkeit und ohne Krieg.

Mehr noch: Ein „Nach-Denken“ in diesem Sinn verpflichtet nachgerade zu einem Bekenntnis für unsere historische Verantwortung und dem Durchsetzen einer gerechten Welt im Hier und Jetzt.“

Das Programm und die damit verbundene umfangreiche Broschüre wurden zusammengestellt von der Initiative „Denk-Jahr 2013“, in der sich über 33 Nürnberger Organisationen zusammenfanden – darunter auch die VVN-BdA.

Ein großer Teil unserer Mitglieder hat die Broschüre per E-Mail erhalten, einige wenige per Post – aus Kostengründen. Falls Bedarf besteht, bitte melde

Gedenken an den 27.01.1945 ist gleichzeitig Aufforderung, so etwas nie mehr zuzulassen

16. März 2013

Den 27.Januar 1945 – den Tag der Befreiung des KZ Auschwitz – hätte es nicht gegeben ohne den 30.Januar 1933.

Dr. Oskar Schneider, Bundesminister a.D. und Sprecher des Kuratoriums des Dokumentations-zentrums Reichsparteitagsgelände war einer der Redner auf der traditionellen Gedenkveranstaltung des Nürnberger „Bündnis gegen Rechts“. Er verband in seiner nachdenklichen Rede mit dem Bezug zum 30.Januar 1933 auch eine sehr kritische Einschätzung des Versagens der damaligen Demokraten.

Ulli Schneeweiß, stellvertretender Geschäftsführer von Ver.di ging in seinem Beitrag vor allem auf den derzeitigen Umgang mit den Neonzis und vor allem auf „die unzureichende Aufklärung der NSU-Morde und die Verquickung mit dem Verfassungsschutz“ ein. Seine Schlußfolgerung: „Der Verfassungschutz hat so viel mit dem Schutz vor Neonazis zu tun, wie der Zitronenfalter mit dem Zitronen falten“.

„Wir sind im gleichen Alter wie Anne Frank es vor über 70 Jahren war. Ich bewundere, wie du denkst und schreibst. Ich wünschte ich könnte dir helfen“. Schülerinnen und Schüler der Scharrer-Schule lasen aus fiktiven Briefen, die sie nach der gemeinsamen Lektüre des Tagebuchs der Anne Frank geschrieben hatten. Trotz nicht gerade angenehmer Temperaturen blieben an diesem 27. Januar die ca. 100 Anwesenden bis zum Schluss der beindruckenden Vorträge. Eine hervorragend gestaltete Ausstellung zum Leben der Anne Frank ist noch bis zum 24. März zu sehen im Gemeinschaftshaus Langwasser, Glogauer Straße 50.

Gedenkveranstaltung

7. März 2013

08.03.2013

Gedenkveranstaltung

Gedenkveranstaltung zum Überfall auf das Nürnberger SPD-Haus und auf die Druckerei der Fränkischen Tagespost u.a. mit Dr. Ulrich Maly

Freitag, 08. März 2013, Uhrzeit wird noch bekanntgegeben

SPD-Haus

Freitag, 08. März 2013, Uhrzeit wird noch bekanntgegeben SPD-Haus

Führung durch die Ausstellung „Entrechtet, Entwürdigt, Beraubt“

9. Februar 2013

Der Beutezug der Nazis am jüdischen Vermögen

10.02.2013

Führung durch die Ausstellung „Entrechtet, Entwürdigt, Beraubt“

Der Beutezug der Nazis am jüdischen Vermögen

Sonntag, 10. Februar 2013, 15.00 Uhr

Doku-Zentrum

Sonntag, 10. Februar 2013, 15.00 Uhr Doku-Zentrum

Vor 80 Jahren: Hitler wird Reichskanzler

2. Februar 2013

03.02.2013

Vor 80 Jahren: Hitler wird Reichskanzler

Vortrag von Dr. Rochus Castner

Sonntag, 03. Februar 2013, 11.00 Uhr

Doku-Zentrum

Sonntag, 03. Februar 2013, 11.00 Uhr Doku-Zentrum

Wie konnte es zur Nazibarbarei kommen?

29. Januar 2013

30.01.2013

Wie konnte es zur Nazibarbarei kommen?

Am 30. Jan. 1933 begann die Nazidiktatur und damit 12 Jahre Barbarei in Deutschland. Wie kam es dazu? Ein Veranstaltung mit Dr. Eckart Dietzfelbinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Doku-Zentrum.

Mittwoch, 30. Januar 2013, 18.00 Uhr

Gewerkschaftshaus Nürnberg, Kornmarkt 5-7

Mittwoch, 30. Januar 2013, 18.00 Uhr Gewerkschaftshaus Nürnberg, Kornmarkt 5-7

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