Jahreshauptversammlung der VVN-BdA

12. März 2014

Liebe Kameradin, lieber Kamerad, liebe FreundInnen,

Wir möchten dich herzlich einladen zu unserer diesjährigen Jahreshauptversammlung.

Sie findet statt am Samstag, den 22. März, um 14.00 Uhr im Nachbarschaftshaus Gostenhof.

Vorgesehene Tagesordnung:

  • Rechenschaftslegung des Vorstands und des Kassierers
  • Planung der Arbeit im Jahr 2014
  • Vortrag und Diskussion zur Auseinandersetzung Israel-Palästina und zur BDS- Kampagne. Eingeladen sind Christine Mößner und Hans-Günter Schramm vom Nürnberger Evangelischen Forum für den Frieden – NEFF e.V. – AK Palästina.
  • Wahlen

– Vorstand und Kassierer

– Revisoren

– Delegierte zur Landeskonferenz der VVN-BdA Bayern

– Delegierte zur Bundeskonferenz der VVN-BdA

mit solidarischem Gruß

Georg Neubauer – für den Vorstand

Vorhaben der Nazis im Nürnberger Stadtrat:

8. März 2014

„… Wenn es nach dem Willen des Nürnberger Nazi-Stadtrats Ollert, seiner Kumpane der NPD-Tarnliste Bürgerinitiative Aus-länderstopp (BIA) und des Freien Netz Süd gehen würde, dann gäbe es das Gostnerhoftheater nicht mehr und der interkulturelle Jugendpreis würde abgeschafft; es gäbe das Jazzstudio Nürnberg nicht mehr und auch nicht das Kulturzentrum Desi; es gäbe keine städtisch unterstützten interkulturellen Aktivitäten mehr in Nürnberg und kein Internationales Frauencafe; die MigrantInnenvereine verlören samt und sonders ihre städtischen Mietzuschüsse; alle freien Träger – die AWO, die Caritas, die Stadtmission – könnten Migranten und Flüchtlingen nicht mehr beraten; Fliederlich und die Sinti-Initiativen verlören ihre bescheidene städtische Unter-stützung genauso wie das Forum jüdischer Geschichte. Das unter anderem sieht jene Streich-Liste vor, die die Nazi-Stadträte zum Haushaltsentwurf der Stadt Nürnberg für das Jahr 2014 einreichen konnten. Es bedarf keines besonderen Spürsinns, um aus dieser Selbstbekundung jenen Ungeist zu destillieren, von dem diese Leute getrieben sind: Sie würden gern die demokratische und kulturelle Vielfalt in Nürnberg ausmerzen, sie würden Menschen vertreiben, die zufälligerweise nicht hierzulande geboren und in Nürnberg zuhause sind. …“ Michael Helmbrecht (Sprecher der Allianz in der Region) zu den Nazis im Nürnberger Stadtrat

(Aus seiner Rede auf der Anti-Nazi-Kundgebung am 8.02.14.)

Bei den Kommunalwahlen am 16.März: Antifaschistinnen und Antifaschisten in den Stadtrat!

8. März 2014

Unsere Organisation ist bekanntlich parteiunabhängig. Dennoch haben wir natürlich zu den anstehenden Kommunalwahlen in unserer Stadt eine Meinung:

O Wir haben bisher und werden entsprechend unseren Möglichkeiten und Kräften weiterhin dazu beitragen, dass keine Nazis in den Stadtrat kommen.
O Und wir sind dafür, dass möglichst viele engagierte Nazigegner im Stadtrat vertreten sind. Dazu gehören nicht zuletzt Mitglieder der VVN-BdA.

Deshalb stellen wir im Folgenden einige Mitglieder der VVN-BdA vor, die zu den Kommunalwahlen am 16.März Parteien kandidieren.

Michael-ZieglerMichl Ziegler, 43 Jahre; ledig; Beruf: Erzieher.
„Es gibt nichts Gutes außer man tut es“ ist Zieglers Motto. Leidenschaftlich widmet er sich seinen Themen, sowohl als Erzieher in der Jugendarbeit, als auch für den Nürnberger Westen, aus dem er kommt.
Wichtig ist Michael Ziegler neben seinem Engagement „Rund um Quelle und AEG“ vor allem der Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Seit 2009 organisiert er gemeinsam mit Partnern wie der VVN-BdA das „Fest der Befreiung und Demokratie – Nürnberg ist BUNT“.
Bereits vor Jahren gründete Michl Ziegler den Arbeitskreis gegen Rechts in seiner Partei, den er seitdem leitet. Auch ist er einer der Sprecher des „Bündnis gegen Rechts – nie wieder Faschismus in Nürnberg“. Auf den Demos gegen Nazis findet man ihn regelmäßig. Sein Ziel: Nazis raus aus dem Stadtrat.

Auf der Linken Liste Nürnberg (Liste 5) kandidieren mehrere Mitglieder der VVN-BdA. Aus Platzgründen stellen wir hier nur Kandidatinnen und Kandidaten unser Organisation unter den ersten 10 Listenplätzen vor:

Marion-PaduaMarion Padua, Spitzenkandidatin Platz 1 und OB-Kandidatin:
Stadträtin, Leiterin einer Mittags-betreuung, 48 Jahre, alleinerziehend mit einem Sohn.
„Durch meine Tätigkeiten kenne ich die Lebenssituation der Kinder und ihrer Eltern in Nürnberg. Bildung ist ein Grundrecht und darf nicht vom Geldbeutel und der Herkunft der Eltern abhängen. In meiner fünfjährigen Stadtratsarbeit habe ich mich als soziale Stimme für die Menschen engagiert, die nicht zu den Vermögenden gehören. Als ehemalige Betriebs-ratsvorsitzende sind mir ebenso vernünftige Arbeitsplätze ein Anliegen. Ein menschenwürdiges Leben mit Gleichberechtigung für alle Menschen – das ist mein Ziel.“

Weitere Kandidatinnen und Kandidaten der Linke Liste und Mitglieder der VVN-BdA:

Titus-SchuellerPlatz 2: Titus Schüller
27 Jahre, verheiratet, 1 Kind.
Betriebswirt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gunhild-HartungPlatz 8: Gunhild Hartung
59 Jahre, verheiratet, 2 Kinder; Kinderkrankenschwester, Diplom Soz.Päd, Personalrätin bei der Stadt Nürnberg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Angelika-LuedemannPlatz 10: Angelika Lüdemann
62 Jahre, ledig, Mathematisch-Technische Assistentin, derzeit erwerbslos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stefan-GerbigLinke Liste Platz 5: Stefan Gerbig
30 Jahre, Bachelor of Arts Sozialökonomik, Mitglied in der Partei Die Linke, dem Jugend-verband und der Linksjugend solid].
Stefan Gerbig fasst die Forderungen der Linken Liste zusammen:
„Wir wollen eine Stadt, in der Stadtrat und außerparlamen-tarische Kräfte gegen die Nazis zusammenarbeiten. Dazu gehört für uns inner- wie außerhalb des Stadtrats, dem Faschismus in den Köpfen und auf Straßen entgegenzuwirken.
Wir wollen eine Gedenkkultur in der Stadt, die den Opfern von Faschismus (wie dem frühen politischen Widerstand gegen das NS-Regime damals) und Rassismus (wie den NSU-Opfern heute) gerecht wird, um neue Opfer zu verhindern.
Notwendig ist auch eine Ausweitung der kommunalen Bildungs- und Aufklärungsarbeit, deren oberstes Ziel es sein muss, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem der Faschismus NIE WIEDER an Boden gewinnt.
Und schließlich ist es wichtig, allen Versuchen der Nazis, den öffent-lichen Raum mit Kundgebungen oder Aufmärschen zu besetzen, entschlossen entgegenzutreten. Wichtig hierzu ist eine unvorein-genommene und zuverlässige Zusammenarbeit zwischen Stadt und allen antifaschistischen Kräften. Auch dafür kämpfen wir im Stadtrat!“
Mitglied in der VVN-BdA bin ich seit vielen Jahren, da es mir wichtig ist diese Organisation, die von Überlebenden gegründet wurde, zu unterstützen und das Vermächtnis weiter zu bewahren.

 

 

 

Frank-BessAuf der Liste der Piraten
Liste 14, Platz 4:
Frank Bess, 46 Jahre, 2 Kinder; Beruf gelernter Industriekaufmann;
Nach dem Zivildienst in die Altenpflege gewechselt und nach 19 Jahren stationärer Altenpflege bei der AWO hauptamtlich bei ver.di gelandet. Seit 2008 zuständig für die kommunalen Beschäftigten in Mittelfranken.
Antifaschistisch habe ich mich in Nürnberg gemeinsam mit anderen entscheidend an den Protesten und der Schließung des Tönsberg Ladens in Nürnberg beteiligt. Ich vertrete ver.di in der Schwabacher Initiative gegen Rassismus und im Fürther Bündnis gegen Rassismus und Rechtextremismus, bin (fast) immer dabei wenn es gegen Nazis geht – egal ob in Nürnberg, Hof oder Dresden.
Meine Schwerpunkte bei den Piraten sind der öffentliche Nahverkehr und antirassistische Arbeit. Bei ersterem setzen wir uns für die Umsetzung eines ticketfreien, solidarischen Ver-kehrs-Konzeptes ein. Damit hier mit der Ausgrenzung von finanz-schwachen BürgerInnen Schluss ist und es in der Folge zu weniger Autoverkehr in der Stadt kommt.
Im Stadtrat werde ich mich außerdem dafür einsetzen, dass die Nazis nicht mehr ignoriert werden, sondern ihre rassistische Hetze bei jeder Gelegenheit die entsprechende Entgegnung erfährt. Ich freue mich, wenn ihr mich bei den Wahlen mit 3 Stimmen unterstützt.
Darüber werden sich natürlich auch alle anderen Mitglieder Kandidatinnen und Kandidaten der VVN-BdA Nürnberg freuen.

 

 

 

 

 

 

Ralph-HoffmannRalph Hoffmann, 52 Jahre, Bündnis 90/Die Grünen
Kreisvorsitzender und Listenplatz 10
„Wie sicher sind wir vor Rechtspopulisten, Faschisten und Nazis alter und neuer Coleur? Wir sind nicht sicher. Zwei Nazi-Politiker sitzen bei uns derzeit im Stadtrat. Die NSU hatte ihren Schwerpunkt in Nürnberg gehabt, zeitgleich zur Kriminalisierung von Menschen, die sich dem antifaschistischen Widerstand verpflichtet haben und dafür kriminalisiert wurden.
Rechtspopulistinnen und -populisten nutzen in Nürnberg die Bühne, um sich selbst darzustellen. Das reicht von Gabriele Kuby, die für rechtsorientiere Blätter schreibt, bis hin zur AfD, die vorerst in Nürnberg gescheitert ist. Verfolgt man Kommentare im Internet zum Beispiel zu Amnesty International, liest man wieder offenen und unverhohlenen Antisemitismus, Antiziganismus und Homophobie mit Klarnamen, und niemand schreitet mehr dagegen ein. Für mich gelten zwei Grundsätze: Die Allgemeinen Menschenrechte, die für mich über allem stehen, und der Satz ¡no pasaran!
Mit der Gnade der späten Geburt ausgestattet verpflichten mich meine z.T. regelmäßigen Besuche in Flossenbürg, Auschwitz, Theresienstadt, Dachau immer und immer wieder alles daran zu setzen, dass wir das Braune nicht mehr aus den Löchern kriechen lassen dürfen.
Derzeit bemerke ich eine deutliche Zunahme der Homophobie, auch hier in Nürnberg. Die Anstifter dazu sind im Bereich Rechtsaußen zu finden. Das ist auch der Grund, weshalb ich mich derzeit für ein neu zu gründendes Bündnis gegen Homophobie einsetze. Mein persönlicher Hintergrund: Ich bin 51 Jahre alt, ledig und Kaufmann. Mein politischer Schwerpunkt liegt im Wesentlichen im Bereich der Menschenrechte und der Integration.“
Die Kandidatur der rechts-populistischen Partei AfD zu den Kommunalwahlen in unserer Stadt wurde demokratisch verhindert. Diese Partei hat es nicht geschafft, die notwendige Anzahl an Unterstützer-Unterschriften zu erhalten. Und das ist gut so!
Aber noch gibt es die Liste BIA (Bürgerinitiative Ausländerstopp) mit derzeit zwei Nazis im Nürnberger Stadtrat. Diese Tarnliste mit dem ehemaligen NPD-Vorsitzenden Ollert an der Spitze kandidiert erneut für den Stadtrat. Es geht jetzt darum, ihren Wiedereinzug zu verhindern.
Kein Fußbreit den Nazis – Weder im noch außerhalb des Stadtrats!

Das Transparent am Nürnberger Gewerkschaftshaus ist dazu ein kleiner Beitrag
DGB-Haus-Transparent-2014

Menschenverachtend!

1. Januar 2014

„Der amerikanische Pilot in seiner verstunkenen Blechkabine verrichtet also einen notwendigen Dienst. Wir haben Grund, ihm dankbar zu sein.“

Fazit der Springerzeitung „ Welt“ zu den US-amerikanischen Drohnenangriffen.

Ein Mahnmal für den im Jahr 1933 ermordeten Oskar Pflaumer und weitere Widerstandskämpfer – immer noch Utopie?

1. Januar 2014

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
Waren das die Beweggründe Oskar Pflaumers?

Nie wieder Krieg –  vielleicht, denn Deutschland hatte schon einen Weltkrieg angezettelt und unter großen Verlusten verloren.

Die Wahlplakate der KPD im Wahljahr 1932 kündigten es an: Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler. Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!

Zumindest konnte keiner sagen, man hätte nichts geahnt.

Nie wieder Faschismus! Das konnte nicht Oskars Beweggrund gewesen sein. Deutschland hatte bis dahin noch keinen Faschismus.

Dass Hitler fernab jeglicher demokratischer Struktur war, erkannte jeder, der es sehen wollte.

Nach Ermächtigungsgesetz, Bücherverbrennung und der Zerschlagung jeglicher Partei und Gewerkschaft war klar, dass hier menschenverachtende Politik im Gange war.

Oskar Pflaumer wusste das und es erschien ihm folgerichtig, dass nur dort die Freiheit verteidigt werden kann, wo Widerstand herrscht.

Zusammen mit Ludwig Göhring und anderen betrieb er eine Druckerei in einer Höhle der Fränkischen Schweiz und druckte die Lügen der Nazis schwarz auf weiß.

Als sie denunziert wurden – im August 1933 – zeigte der Faschismus mit all seiner Bestialität was er von anders Henkenden und  anders Handelnden hält.

Während Ludwig als jüngster Gefangener in das eben errichtete Konzentrationslager nach Dachau deportiert wurde, wurde Oskar von den Nazis in Nürnberg ermordet.

Eine Utopie. Nürnberg vielleicht im Jahr 2017

Ein Freund von mir wohnt in der ehemaligen Forsthofstraße, der heutigen Oskar-Pflaumer-Straße in Nürnberg.

Unter dem Straßenschild steht eine Informationstafel, auf der zu lesen ist:

„Ermordet am 16. August 1933. Einer – der nicht nur zugesehen hat.“

An der Hausnummer 37 hängt ein Schild:

„Hier wohnte Oskar Pflaumer, Reichsbahnarbeiter, Vater zweier Kinder, der wegen seines aufrechten Ganges im August 1933 von den Nazis ermordet wurde. Zum Gedenken und zur Mahnung!“

Die Tochter meines Freundes geht in die 6. Klasse der Oskar-Pflaumer-Schule. Heute steht auf dem Stundenplan: „Geschichte – wie es sein kann, dass sich Menschen gegen Zeitgeist und Erniedrigung zur Wehr setzen, selbst auf die Gefahr, das eigene Leben zu riskieren! Wie der Namensgeber unserer Schule, der Widerstandskämpfer Oskar Pflaumer!“

So stellen wir uns die Ehrung antifaschistischer Söhne und Töchter unserer Stadt vor. Die Realität ist leider eine andere.

186.380 Quadratmeter umfasst die Fläche der Stadt Nürnberg. Einen halben davon wollen wir haben. Einen halben Quadratmeter für die Ehrung eines aufrechten Sohnes seiner Stadt. An dem Ort, an dem er ermordet wurde.

Doch auch dafür müssen wir – 80 Jahre danach – noch betteln und fordern.

Das hat kein einziger antifaschistischer Widerstandskämpfer verdient.

Wir geben keine Ruhe, bis die Stele mit dem Leben, dem Wirken, dem Leiden und dem Ende Oskar Pflaumers an seinem Platz steht.

Den Toten zur Ehre – den Lebenden zur Mahnung!

Nie wieder Faschismus! – Nie wieder Krieg!

(Die Rede Jürgen Gechters auf unserer Veranstaltung am zur Ehrung von Oskar Pflaumer)

Demo gegen den Wahlantritt Fürther Nazis – 11. Januar – 13:00 Uhr

1. Januar 2014

Fürther AntifaschistInnen mobilisieren gegen den Wahlantritt der Neonazis bei den Kommunalwahlen im März 2014.

Die neonazistische „Bürgerinitiative Soziales Fürth“ (BiSF) will im März 2014 bei den Kommunalwahlen in den Stadtrat gewählt werden.

Um überhaupt  zur Wahl antreten zu können, benötigt die BiSF, wie auch andere zuvor noch nicht angetretene Parteien, knapp 400 Unterschriften. Diese müssen die Neonazis in einem vierwöchigen Zeitraum bis Ende Januar sammeln.

Die BiSF ist eine Tarnorganisation des „Freies Netz Süd“ (FNS). Das FNS ist der aggressivste Zusammenschluss von Neonazikameradschaften in Süddeutschland.

Sie treten vor allem durch Aufmärsche, rechte Konzerte und Veranstaltungen in der Öffentlichkeit auf. Führende Köpfe des FNS sind u.a. Matthias Fischer (Fürth), der wegen Volksverhetzung eine 20-monatige Haftstrafe absaß und auf der Kontaktliste des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) steht.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich deshalb in Fürth ein Bündnis aus antifaschistischen Gruppierungen und Einzel-personen gegründet, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Antritt der Faschisten bei den Kommunalwahlen zu verhindern.

Für den 11. Januar, also mitten im Zeitraum der Stimmensammlung, ruft das Bündnis zu einer großen und lautstarken Demonstration auf. Mit dem Motto „Nazis stoppen! – Der BiSF den Wahlkampf vermiesen“ soll gegen den alltäglichen rechten Terror und die Verharmlosung der neofaschistischen Szene demonstriert werden. Die Demo findet am 11. Januar um 13.00 Uhr, am Kohlenmarkt in Fürth (Nähe Rathaus) statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Ausgerechnet der Nelson-Mandela-Platz: Aufmarschort für die Nazis?

1. Januar 2014

Immer wieder konnten – wenn auch nie ungestört – in den vergangenen Jahren Neonazis am Nelson-Mandela-Platz südlich des Hauptbahnhofes demonstrieren.

 Die Zulassung von Kundgebungen der Rassisten ist dabei allein schon wegen des Platz-Namens Nelson Mandela unerträglich. Sie ausgerechnet an einer Stelle die Ungleichwertigkeit der Menschen behaupten zu lassen, die dem prominentesten Kämpfer gegen das Apartheid- und Rassisten-Regime gewidmet ist, kann man nur als geschmacklos bezeichnen.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum Nazis dort nichts zu suchen haben:

 Am selben Ort lag das Nürnberger Schubgefängnis, also dasjenige Gefängnis, in dem Häftlinge bis zu ihrem Weitertransport interniert waren.

 Zwar bestand diese Einrichtung schon vor 1933. Aber im Naziregime war dieses Gefängnis unmittelbar in die Terror- und auch Massenmord-maschinerie eingebunden. In den Gefangenen-verzeichnissen finden sich sehr viele Einträge, die belegen, dass die Häftlinge von hier aus nach Dachau, Ravensbrück, Mauthausen und weitere Konzentrationslager weiterverschleppt wurden. Und eben nicht nur in Konzentrations-, sondern auch in die Vernichtungslager.

In den frühen Morgenstunden des 16.März wurden z.B. 48 mittel- und oberfränkische Sinti und Roma, die z.T. schon Tage vorher im Schubgefängnis festgehalten worden waren, per Sammeltransport nach Auschwitz „Zigeunerlager“ B II E verschleppt – für die größte Zahl von ihnen das Todesurteil.

Es kann nicht akzeptiert werden, dass – wie den Opfern zum Hohn! – die politischen Erben der Mörder sich an einer Stelle austoben dürfen, die für so viele Menschen zum letzten Halt vor der physischen Vernichtung wurde. U.Sch.

Ende September verstarb Arno Hamburger

1. Januar 2014

Ende September verstarb Arno Hamburger, langjähriger SPD-Stadtrat und Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg.

Arno Hamburger war einer der letzten Zeitzeugen Nürnbergs aus der Zeit des Faschismus. Trotz seines hohen Alters  stand er in den letzten Jahren immer mit an der Spitze, wenn es gegen die  Nazis ging. Arno Hamburger hat den Widerstand gegen jede Art von Rassismus und Antisemitismus in Nürnberg wesentlich mit geprägt. Seine Stimme gegen die Nazi-Barbarei und auch für ein Verbot ihrer Hauptpartei NPD wird in unserer Stadt fehlen.

Von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly erhielten wir zu unserem Anliegen Mitte November das folgende Schreiben:

“ … Die Stadt Nürnberg (setzt sich) derzeit mit der Frage auseinander, wie künftig das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Form von Gedenktafeln etc. in unserer Stadt gestaltet werden soll. Die Überlegungen gehen dahin, einen zentralen Ort zu finden, an dem aller Opfer gedacht werden kann. Dies würde aber auch bedeuten, dass in Zukunft Gedenktafeln oder auch Gedenkstelen für einzelne Opfer oder Opfergruppen nicht mehr zur Aufstellung kommen.

Es liegt uns fern, den Eindruck mangelnder Begeisterung für das Thema zu erwecken. Der Stadt Nürnberg und mir persönlich ist das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ein wichtiges Anliegen. Eben aus diesem Grund möchte ich Sie bitten, sich noch zu gedulden.

Ich kann davon ausgehen, dass die VVN und die Stadt Nürnberg hier letztendlich das gleiche Ziel verfolgen. …

Mit freundlichen Grüßen Dr. U. Maly“

Ein Wort vom Kassier zu Konto und Geld!

1. Januar 2014

Ab Februar 2014 werden EU-weit im Zuge des SEPA-Verfahrens Konto-Daten umgestellt. Das betrifft Überweisungen, das Einzugsverfahren und die Lastschriften. Dazu:

1. Der Mitgliedsbeitrag wird von uns wie bisher per Lastschrift am 15.Jan. 2014 (jeweils für 3 Monate, also bis einschl. März) eingezogen. Danach gehen die Beiträge über den Landesverband. Eine Information darüber folgt im neuen Jahr.

2. Eine Überweisung auf die bisherigen Konto- und Bankdaten ist bis Ende 2014 möglich.
VVN-BdA Kto-Nr: 0195239857; BLZ: 76010085. Möglich ist aber auch jetzt schon die Verwendung der IBAN-Nummer: DE84760100850195239857 sowie der BIC: PBNKDEFF.

3. Auch für unsere Arbeit steigen leider die Kosten. So wurde der Post schon wieder erlaubt, die Gebühren zu erhöhen …

Kurz: Wir freuen uns auch im neuen Jahr über viele Spenden.

Ein kurzer Rückblick…

1. Januar 2014

Der 80-ste Jahrestag der Machtübertragung an die Nazi-Partei geht zu Ende. Gemeinsam mit vielen Organisationen in unserer Stadt haben wir in diesem „Nachdenkjahr 2013“ versucht, über die Entstehung und die Hintergründe der Nazidiktatur und der damit verbundenen Zerstörung der Weimarer Republik zu informieren.

Es gab allein im ersten Halbjahr über 60 Veranstaltungen mit Vorträgen, Diskussionen und
Aktionen zu den Ereignissen des Jahres 1933. Bewegend  waren auch die zahlreichen Veran-staltungen aus Anlass des 75-sten Jahrestags der Reichspogromnacht am 9.November 1938. Konsens war durchgehend:

Geschichtsaufarbeitung ist kein Selbstzweck.

Der  historischen Verantwortung gegenüber der nationalsozialistischen Vergangenheit gerecht werden heißt heute: Aktiv gegen jede Form von neonazistischem und rassistischem Gedankengut auftreten!

An vielen Veranstaltungen nahmen Mitglieder unserer Organisation teil und wirkten mit. Es hat sich zudem gezeigt: Der Kampf gegen die Nazi-Plage ist auch aus gewerkschaftspolitischer Sicht eine wichtige Aufgabe geworden. Es freut uns deshalb besonders, dass auch in diesem „Nachdenkjahr 2013“ die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen von ver.di hervorragend war.

Allen, die sich hier engagiert haben, ein herzliches Dankeschön.

Ein kurzer Rückblick:

Es gab von VVN-BdA und ver.di gemeinsam im Gewerkschaftshaus – jeweils im Januar und im Mai –  gut besuchte Veranstaltungen zu den Themen:

– Am 30.Januar 1933 „ergriff“ Adolf Hitler die Macht und 12 Jahre dunkelste Geschichte Deutschlands begannen. Wie konnte das geschehen und wie gefährlich sind Nazis heute?
Referent war Dr. Eckart Dietzfelbinger, wissen-schaftlicher Mitarbeiter im Doku-Zentrum.

–  Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaftshäuser gestürmt, um die Gewerkschaften zu zerschlagen.
Wie verhielten sich die Gewerkschaften damals angesichts der drohenden Gefahr? Welche Lehren sind für die Zukunft für politisch verantwortlich Handelnde zu ziehen?
Referent  war Dr.Ulrich Schneider, Historiker und Publizist – Bundessprecher der VVN-BdA.

– Am 20.April 2013, dem Tag der Befreiung unserer Stadt, feierten wir gemeinsam mit vielen demokratischen Organisationen das 5. Fest der Demokratie und Befreiung.
– Am Südstadtfest (Anfang Juli) hatten wir wieder gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen vom FB9 unseren Infostand. Und – wie es zu einem Fest gehört –  auch einen Getränkestand.

 

 

Auch das ist Teil unserer Geschichte:

Über 200.000 Menschen wurden im Westen Deutschlands während der Adenauerzeit politisch verfolgt. Häufig von Polizisten, Staatsanwälten oder Richtern, die ihr Handwerk noch in der Nazizeit gelernt hatten. Ca. 10.000 von ihnen wurden zu teils langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Ihr „Verbrechen“ war der aktive Widerstand gegen die Wiederaufrüstung der BRD.

 Mit der Filmvorführung: Verboten – Verfolgt – Vergessen. Die Verfolgung der politischen Opposition in der Adenauerzeit haben wir gemeinsam mit der DKP und dem Deutschen Freidenker Verband e.V. (DFV) an diese unsägliche Verfolgung von Kommunisten und Rüstungsgegnern im Rahmen des Kalten Krieges erinnert.

Im Mittelpunkt unserer Öffentlichkeitsarbeit in Nürnberg stand die Erinnerung an den aktiven Widerstand gegen den Terror der Nazis im ersten Halbjahr 1933. Viele junge Arbeiter wurden im Juli/August verhaftet, brutal geschlagen und in die KZ verschleppt. Einer davon war der junge Familienvater Oskar Pflaumer. Er wurde am 16. August 1933 in einem Folterkeller von der SA (in der damaligen Samariter-Wache am Hallplatz) derart barbarisch misshandelt, dass er noch in der gleichen Nacht starb.

 Nach wie vor gibt es in unserer Stadt weder zum Widerstand im Jahr 1933 noch zu dieser grausamen Barbarei der Nazis eine Erinnerung. Wir haben dazu im Jahr 2013 x-fach festgestellt und wir bleiben dabei:

Wer angemessen an die Geschichte des Nationalsozialismus erinnern will, kann nicht umhin, auch der ersten Widerstandskämpfer gegen das faschistische Regime zu gedenken – ihres Muts, ihrer Taten, ihrer Opfer.

Gemeinsam mit den beiden Kindern von Oskar Pflaumer Hanne Oehler aus München und Dr. Hans Pflaumer aus Castel di Tusa (Italien) sowie weiteren Verwandten der Familie u.a. aus Köln (Familie Lessing) und aus der Stadt Boston in den USA (Familie Einstein) erinnerten wir an diese grausame Ermordung.

 Darüber hinaus bekräftigten die mehr als 60 Anwesenden, darunter auch viele ältere Nürnberger VVN-BdA-Mitglieder, dass es jetzt auch in unserer Stadt Zeit wird, den Widerstand gegen das Naziregime gebührend zu würdigen.

 Es war zweifellos eine große Ehre, dass in Vertretung des Oberbürgermeisters der Vorsitzende der israelitischen Kultusgemeinde und langjährige SPD-StadtratArno Hamburger an der Veranstaltung teilnahm.

 Leider hält sich OB Dr.Maly immer noch sehr „bedeckt“ zu unserer Forderung nach einer entsprechenden Würdigung dieses Widerstands. Unser Kamerad J.Gechter hat dazu auf der Veranstaltung die richtigen Worte gefunden.

Wir geben keine Ruhe, bis dem Leben, dem Wirken und dem Leiden Oskar Pflaumers und anderer Widerstandskämpfer würdig gedacht wird.“

Ältere Nachrichten · Neuere Nachrichten